Der WDR berichtet über die Simonton-Methode

 


Der Ansatz

An der Überwindung schwerer Krankheiten sind viele Faktoren beteiligt. Nicht nur eine exzellente medizinische Betreuung ist ausschlaggebend für die Genesung eines Patienten, sondern auch sein mentaler Zustand. Der amerikanische Arzt Karl Simonton hat zusammen mit seiner Frau Stephanie, einer Psychologin, am Krebsforschungszentrum im texanischen Fort Worth ein Gesundheitstraining entwickelt, das bei den seelischen Vorgängen ansetzt, die zur Genesung beitragen. Dieses Programm versteht sich als Ergänzung der rein medizinischen Behandlung. Durch psychologische Techniken sollen die Selbstheilungskräfte der Patienten aktiviert und das körperlich-seelische Gleichgewicht gefördert werden.

Bei einem Deutschland-Besuch in diesem Jahr hat Karl Simonton von seiner beinah dreißigjährigen Erfahrung in der Krebsforschung berichtet und den Ansatz des Simonton-Gesundheits-Trainings erläutert: "Der Hauptgedanke ist, dass unsere Gesundheit ganz wesentlich von unserem geistigen und emotionalen Zustand abhängt. Gerade auch bei Krebs. Es ist wichtig zu wissen, dass unsere Glaubenshaltungen und Einstellungen unseren emotionalen Zustand beeinflussen und darum ist es wichtig, dass wir uns der Veränderung dieser Glaubenshaltungen und Einstellungen zuwenden, dass wir sie positiv verändern und damit einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen."


Aktivierung der Abwehrkräfte - Meditation - Visualisierung

Die wichtigste Waffe im Kampf gegen Krebs ist eine starke Immunabwehr. Ernährung, Sport, ausreichender Schlaf - der gesamte Umgang mit dem Körper hat genauso weitreichenden Einfluss auf das Immunsystem wie Gefühle, Gedanken und die Stärke des Überlebenswillens.

Wichtig ist, dass die Gedanken zur Ruhe gebracht werden. Konkrete Hoffnungen und positive Einstellungen lösen biochemische Wirkungen aus, die den Heilungsprozess günstig beeinflussen. Um diese Wirkungen zu erzielen, arbeitet Simonton mit Meditation und Visualisierung. Die beiden Techniken sind Grundpfeiler der Simonton-Methode. "Visualisierung oder der Einsatz der Imagination" sagt Simonton, "ist die Nutzung der Vorstellungskraft im Heilprozess." Im Zustand vollkommener Entspannung sollen die Patienten sich das ersehnte Ziel oder Behandlungsergebnis bildlich vorstellen. Die Entspannung wird durch Meditation und Entspannungsübungen erreicht. Nach welcher Methode, ist dabei zweitrangig.


Der Gesundheitsplan

Im Rahmen des Simonton-Trainings erarbeiten die Patienten ein persönliches Programm für ihre Gesundheit. Zunächst sollen sie herausfinden, was ihnen körperlich und seelisch gut tut, was Sinn und Bedeutung in ihr Leben bringt und welche Aktivitäten ihnen Freude und Erfüllung verschaffen. Sich auf diese Inhalte zu konzentrieren, sei wichtig, um gesund zu werden. Auf dieser Basis entwickeln die Therapeuten mit den Patienten einen detaillierten Zweijahres-Gesundheitsplan, der am Ende so ausgearbeitet ist, dass er gut in die Praxis umgesetzt werden kann.

Simonton: "Dieser Plan wird als Zeitplan aufgestellt. Ein Patient, bei dem die Angst aufkommt, er tue nicht genug, kann dann sofort sehen, dass er nicht nur genug tut, sondern sogar mehr, als im Zweijahresplan vorgesehen war. Der Plan beruhigt und verhindert, dass diese starke Angst aufkommt, die Menschen mit einer schweren Erkrankung immer wieder befällt."

Zusätzlich zu diesem Plan sollen Patienten sich ein Unterstützungssystem schaffen, das ihnen hilft, auftretende Probleme zu bewältigen. Zu diesem System gehören sowohl Ärzte, Psycho- oder Physiotherapeuten als auch Freunde und Familienmitglieder. Simonton: "Es ist leicht, sich in Richtung Gesundheit zu bewegen, wenn alles gut läuft. Das Schwierige ist, diesen Weg auch dann weiter zu gehen, wenn Probleme auftauchen. Es ist also sehr wichtig, dieses Unterstützungssystem etabliert zu haben."


Wie alles anfing

Von seiner Ausbildung her ist Carl Simonton eigentlich Strahlenonkologe, der im Bereich der Krebsforschung gearbeitet hat. Bei seinen ersten eigenen Versuchen mit Krebskranken ist er immer wieder auf Probleme gestoßen, wenn er die Patienten in die Behandlung einbeziehen und deren Mitarbeit erzielen wollte. Im Laufe der Zeit fiel ihm auf, dass die Bereitschaft zur Kooperation bei diesen Patienten vor allem durch ihre große Hoffnungslosigkeit behindert war.

Daraufhin versuchte er zunächst, den Zustand der Hoffnungslosigkeit zu verändern und die Patienten in eine produktive Mitarbeit an der Gesundung einzubinden. Nachdem die ersten Erfahrungen dafür sprachen, dass eine Veränderung des emotionalen Zustandes auch die innere Chemie im Körper des Patienten verändert, hat Simonton sich fortan ganz diesen Aspekten bei der Behandlung von Krebskranken gewidmet.

Simonton Cancer Center
P.O. Box 890
Pacific Palisades, California 90272
USA
Tel. 0 01 (3 10) 4 59-44 34 oder Tel. 0 01 (3 10) 4 57-38 11
Fax 0 01 (3 10) 4 57-04 21
E-Mail: simonton@lainet.com
www.simontoncenter.com

Das Simonton Cancer Center

Mittlerweile hat Simonton in Kalifornien sein eigenes Krebszentrum gegründet. Dort können Krebspatienten ein fünfeinhalbtägiges Patientenprogramm absolvieren. Für Fachleute aus dem Gesundheitswesen werden Fortbildungsprogramme angeboten. Selbsthilfegruppen können sich schulen und anleiten lassen. Alle Anfragen zu den verschiedenen Programmen können telefonisch oder schriftlich angefordert werden bei:


Esotera (6/94): "Er heilte und hatte recht" - Bericht über den amerikanischen Arzt Dr. Carl Simonton von Irene Dalichow

Die Simonton-Methode setzt die uralte Technik des Visualisierens bei der Behandlung Krebskranker ein. Neueste Forschungsergebnisse der Psychoneuroimmunologie bestätigen, daß tatsächlich die innere Grundstimmung des Menschen seine Widerstandskraft bestimmt. Durch Imagination und Visualisation hat der Patient das Heilungsergebnis immer vor Augen und kann Selbstheilungskräfte aktivieren.

Eine von 1974 bis 1981 durchgeführte Studie zeigt: Simontons Krebstherapie ist hocherfolgreich: Patienten, die sich seiner Therapie unterziehen, lebten doppelt so lange wie schulmedizinisch behandelte Patienten.

Das therapeutische Vorgehen ist so aufgebaut, daß Krebspatienten über alles selbst entscheiden, auch ob sie weiterleben oder sterben möchten. Je nachdem macht der Therapeut andere Vorschläge, um den Patienten auf den gewünschten Weg zu bringen. In die Methode integriert sind Hypnotherapie und Neurolinguistisches Programmieren (NLP).

In einem Interview mit Esotera interpretiert Simonton den Hintergrund von Krankheiten folgendermaßen: "Ich sehe Krankheit als ein Feedbach-System, das in unsere menschliche Existenz eingebaut ist. Es soll uns helfen, uns zu verändern und mit den Dingen aufzuhören, die nicht gut für uns sind."

Wichtigstes Element des Lebens und des Heilens sei Vertrauen in das Nicht-Verstehbare zu entwickeln. Heilung ginge immer einher mit einer spirituellen Veränderung in Richtung Harmonie und Verbundenheit.