Naturarzt: Krebs - die Ursachenforschung macht es sich schwer

In der Ausgabe 6/94 der Zeitschrift "Der Naturarzt" diskutiert Dr. med. Rainer Matejka die Ursachenforschung bei Krebserkrankungen. In den letzten Jahren habe man die verschiedensten Substanzen als krebsauslösend beschuldigt: Viren, Pilze, Nikotin, Strahlen, Cäsium, Asbest, Nitrosamine, Alkohol, etc. Auch seelische Schockzustände könnten mit der Krebsanamnese korrelieren. Dennoch sei zu beachten, daß die Krebsentstehung mulikausale Ursachen habe, wobei die Funktion des Immunsystems von entscheidender Bedeutung sei. Außerdem sei das Krebsgeschehen immer davon abhängig, wie robust die individuelle Konstitution und Disposition des einzelnen Menschen sei.

Überraschenderweise schlage der Krebs oft bei Menschen zu, die "nie krank sind" und von einer "leeren Anamnese" (keine gravierenden Krankheitsbilder in der Vergangenheit) gekennzeichnet seien. In einigen Fällen deute die Unfähigkeit zur Fieberreaktion, die Neigung zu Untertemperatur oder eine Erniedrigung der weißen Blutkörperchen auf eine mangelnde Aktivierbarkeit des Immunsystems. Auffandend: In einigen Fällen sei "biographischer Selbstvollzug" zu erkennen. Dazu gehörten Menschen, sie gewisse Lebensziele nicht erreicht hätten und persönliche Lebenmotive nicht verwirklichen konnten. Eine besonders hohe Krebsanfälligkeit sei bei Menschen mit ausgepägter intellektueller Denkrichtung zu verzeichnen. Damit trete das schöpferischere Potential bei dieser Gruppe in den Hintergrund.

In den letzten Jahren schreibe man vermehrt psychischen Aspekten krebsauslösende Eigenschaften zu. Nach Bahnson stelle Krebs eine Neuschöpfung im Selbstbereich dar, um anderweitige Verluste zu ersetzen. Der Verlust des Ehepartners oder Ehebetrug könnte demnach krebsauslösende Konsequenzen haben. Eine weitere bemerkenswerte Darstellung lieferte Dethlefsen mit der Aussage:

"Wir bekommen Krebs, weil wir Krebs sind. Er will damit verdeutlichen, daß die Aggressivität des Menschen gegenüber seiner Umwelt, seine Ichsucht, sein Haben-Wollen, seine Habensprogressivität, wie es der Theologe Mynarek ausdrückte, dem unkontrollierten Wuchern eines Krebsgeschwüres gleiche."

 

Der Naturarzt: Das Leben hat immer einen Sinn

In der Ausgabe 6/97 der Zeitschrift "Der Naturarzt" beschreibt Konrad Müller-Christiansen die Schwierigkeit bei Krebspatienten den körperlichen und seelischen Heilungsprozeß in Gang zu bringen. Krebs sei mehr als eine Erkrankung des Körpers. Denn auch psychisch falle der Patient nach der Diagnosestellung in ein großes schwarzes Loch. Aber gerade die Auseinandersetzung des Patienten mit der Krankheit sei Voraussetzung für den Heilungsprozeß. Müller-Christiansen betont, daß "aus der realen Bedrohung, aus der Konfrontation und Auseinandersetzung mit der Krankheit eine Chance zur persönlichen Neuorientierung und Neubewertung des Lebens" entstehe. Meist neige der Krebspatient dazu, seine früheren Lebensprioritäten neu zu gewichten.

Die schulmedinische Behandlung der Tumortherapie - Chrirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie - ermöglichten in gewissem Rahmen zwar Heilung, jedoch hinterließe die schulmedinische Behandlung körperliche und seelische Narben. Körperlich erholten sich die Patienten relativ schnell, jedoch seelisch blieb die "permamente Bedrohung" zurück, daß der Krebs jederzeit wieder ausbrechen könnte. Während der Tumorbehandlung hätten Ärzte und Pflegekräfte mehr auf Diagnose und Behandlung des Tumors geschaut, als auf "Gefühle, Ängste, Sorgen, Nöte und Wünsche der Krebskranken".

Wenn es für Heilung zu spät sei, könne man immer noch versuchen durch sogenannte palliative Maßnahmen, eine Verbesserung der Lebensqualität zu bewirken: Bestrahlung stoppe die Ausbreitung von Metastasen, hochpotente Medikamente dämmten den Tumorschmerz ein und durch Bluttransfusionen und künstliche Ernährung linderte man den Verfall körperlicher Kräfte. Aber professionelle psychische Begleitung sei notwendig, um unheilbar kranke Krebspatienten auf das Ende vorzubereiten.

Warum gerade ich, fragten sich die Krebspatienten und suchten in ihrer Biographie nach den Ursachen der Krebsentstehung. Aber nicht nur vergangene schreckliche Ereignisse, sondern auch das Scheitern des persönlichen Lebenswerks komme bei der Ursachenforschung in Betracht.

Krebs und Psyche seien mitander verknüpft. Es sei bekannt, daß auf molekularer Ebene zwischen Psyche, den Botenstoffen von Nervenzellen sowie unserem Immunsystem vielfältige Zusammenhänge beständen. Diese Zusammenhänge wurden durch die Methoden der Psycho-Neuro-Immunologie nachgewiesen: "Menschen, die unglücklich oder starken seelischen Belastung ausgesetzt sind, erkranken häufiger an Infektionen. Umgekehrt stärkt seelische Ausgeglichenheit die körpereigenen Abwehrkräfte und Entsprechendes gilt inzwischen auch für Krebs" - so Müller-Christiansen.

 

Naturarzt: Geschächtes Immunsystem mit schuld

Dr. med. Jost Dumrese

ist Internist, Immunologe und Mykologe. Nach 10 Jahren klinischer Ausbildung war er fünf Jahre in eigener Praxis tätig. Seitdem ist er freiberuflich als Buchautor, Referent ud medizinisch-wissenschaftlicher Berater tätig. Für ein Lehrbuchprojekt beschäftigt er sich derzeit mit der Gesamtproblematik der Candida-Erkrankungen.

In der Ausgabe 6/97 der Zeitschrift "Der Naturarzt" berichtet Dr. med. Jost Dumrese über den Zusammenhang zwischen Krebs und Candida-Mykosen. Pilzinfektionen nähmen stetig zu. Neben Dermatomyken und "inneren Mykosen" habe auch die Zahl septikämischer Pilzinfektionen signifikant zugenommen. Der schulmedizinische Kampf gegen Krebserkrankungen bedinge zunehmend mykolische Probleme.

In der Fachliteratur finde sich bei Neumeyer et. al. (1978) der Hinweis, daß es bei Tumorpatienten früher oder später zu Pilzinfektionen käme, insbesondere, wenn die Immunabwehr offensichtliche Zeichen der Risistenzschwäche zeige. Die körpereigene Immunabsehr sei der entscheidenste Punkt bei der Krebstherapie.

Die Gretchenfrage in der Krebsforschung sei: Kann eine Tumorerkrankung aufgrund einer Immunschwäche entstehen oder führt die Krebserkrankung zur Mitbeeinträchtigung der Immunabwehr? Bei Tumorerkrankungen des Imunsystems (z. B. Leukämie) seien die Zusammenhänge offensichtlich. Mit Blick auf das Immunsystem stehe die Problematik der Candidosen bei Krebs und anderen schweren Erkrankungen im Mittelpunkt der Pathogenese (Entstehung und Entwicklung eines krankhaftes Geschehens)

Vor diesem Hintergrund müsse den Pilzinfekten der Nährboden entzogen werden. Besonders bei der Krebstherapie sei "das Repertoir der Abwehrstrategien des Körpers immer als ganzheitliche Leistung zu betrachten " - so Dumrese. Auf keinen Fall dürften die Epithelzellen des Darmes durch längerfristige Einnahme von Antibiotika geschädigt werden. Krebspatienten müßten immer antimykotisch behandelt werden, um zusätzlichen Immunstreß zu verhindern.

Durch gezielte Immundiagnostik und konsequente Darmmykosentherapie komme es oft zu erheblichen klinischen Besserungen. Basis sei eine gezielte serologische Zusatzdiagnostik.Bei allen antimykotischen Strategien müßten auch die molekularbiologischen Wechselbeziehungen zwischen Wirt und Erreger mitbetrachtet werden. Zu berücksichtigen sei, daß Candida-Pilze anscheinend in der Lage seien, Immunkaskaden im Bereich der Zytokine auszulösen, wodurch verschiedene Befindlichkeitsstörungen beim Patienten ausgelöst werden könnten.

 

Tips zur Vorbeugung:

  1. Lebensrhythmik: normaler Schlaf-Wachrhythmus, kein Schlafdefizit, regelmäßige Nahrungszufuhr, Wechsel zwischen Aktivität und Entspannung
  2. Ernährung: kleine Mahlzeiten, wenig Zucker und Süßigkeiten, nicht übermäßig Kohlenhydrate
  3. Hygiene: Genitalhygiene
  4. Genußgifte: kein Nikotin, wenig Alkohol
  5. Bewegung: moderates sportliches Ganzkörpertraining
  6. Darmpflege: regelmäßiger Stuhlgang, reichlich Ballaststoffzufuhr
  7. Vorsicht: Antibiotika nur in Notfällen, Pille fördert Pilzinfekte