Joanne Matuschka: "Geben Sie sich nie als Frau auf..."

Das Modell Joanne Matuschka erregte 1993 für Aufsehen: Nach ihrer Brustamputation, fotografierte sich selbst und gab die Fotos an die Presse. Die Amputation war ein Kunstfehler der Medizin. Mit dem gewagten Selbstbildnis wollte Matuschka auf den Fehlgriff der Ärzte aufmerksam machen. Das Outing hatte nicht nur positive Reaktionen. Viele meinten, das Model hätte die Persönlichkeit der Frau verletzt. Andere wiederum dankten ihr für diesen Mut. (TV Hören und Sehen 14/97)

Die spektakuläre Selbstdarstellung der Joanne Matuschka

Brustkrebs: Unnötig entstellt

Zwei Jahre später befassen sich die Medien immer noch mit dem fotografischen Selbstportrait der New Yorker Künstlerin Matuschka. Nach den Angaben von Focus sprach ein Gericht der 45jährigen knapp vier Millionen Mark zu. Ein medizinisches Gutachten habe ergeben, daß eine Operation in dieser Radikalität nicht notwendig gewesen sei.. Der Tumor hätte damals nur die Größe einer Erdnuß erreicht; die bösartigen Zellen hätten keinesfalls andere Körperteile angegriffen. Insgesamt sei der Tumor nur sehr langsam gewachsen.

Die Mutter Matuschkas war an Krebs gestorben. 1994 hat Matuschka ihren Arzt, einen Spezialisten der Sloan-Kettering-Krebsklinik auf Schmerzensgeld verklagt. Der Anwalt des Arztes wolle nun in Berufung gehen. Er behauptet, er hätte Matuschka nur mit Mühe davon abhalten können, sich auch die zweite Brust vorsorglich amputieren zu lassen. (Focus 15/1999)